Geschichte

seit 2010
Neue Crew bringt frischen Wind

2010 wird die Idee konkret, den Dachstock im Clubhaus zu einem Kraftraum auszubauen. Präsident Kay Hofmann, seit 2009 im Amt, ist der Junioren-Förderer der Stunde. Der Club will den jüngsten Clubmitgliedern optimale Trainingsbedingungen bieten. Die Spendensammlung unter den Mitgliedern beginnt.
2011 Das Ja der Generalversammlung zum Ausbau des Dachstocks gibt den Weg frei für das Ausbauprojekt. Die Baukommission, professionell geführt von Breitensportchef und Architekt Urs Keller, schafft das Unmögliche: perfekt im Zeitplan, perfekt unter Budget präsentiert sie den ausgebauten Dachstock am Weihnachtsessen. Gelungen ist das Werk auch dank über 1000 Stunden Freiwilligenarbeit der Clubmitglieder.
2012 Der Kraft- und Fitnessraum im Dachstock des RCZ-Clubhauses ist eröffnet. Mittlerweilen trainieren 35 Juniorinnen und Junioren dort regelmässig.
2013 Ausnahmetalent Pascale Walker gewinnt den Sportpreis der Stadt Zürich in der Kategorie Nachwuchs. An der Schweizer Meisterschaft holt Pascale an einem Tag drei Medaillen: im Skiff, im Doppelzweier mit Ladina Demarmels und im Doppelvierer mit Stéphanie Blumenthal, Julia Rümmelein und Ladina. Zudem wird sie Schweizer Meisterin an den Indoors und erzielt Spitzenplätze an den Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren.
Der RCZ bekommt ein Mitglieder-Intranet. In diesem geschützten Bereich sind alle relevanten Infos zu finden: Mitgliederadressliste, Belegungsplan des Clubraums, Bootseinteilungen, Reglement, Statuten etc. Das Intranet dient auch als Community-Plattform der Mitglieder.
2014 Thors Töchter – so heisst der neue leichte Achter. Das harte Training der RCZ-Frauen wurde belohnt mit einem Schweizer Meistertitel im Frauenachter. Schweizer Meistertitel holte sich der RCZ auch bei den U19-Juniorinnen im Doppelvierer.
2015 Petr Mansfeld folgt dem Ruf des California Rowing Clubs in die USA und verlässt nach fünfeinhalb Jahren den Club. Eberhard Rehwinkel, übernimmt im März als neuer Headcoach. An der Schweizer Meisterschaft holen die RCZ-Frauen wiederum den Meistertitel im Achter sowie im 2-. Pascale Walker gelingt eine taktische Meisterleistung: Sie gewinnt an der U23-Weltmeisterschaft die Bronzemedaille.

 

rcz

Der RCZ-Himmel hängt voller Boote...

2000 – 2009
Boomjahre im Breitensport

Rudern boomte in allen gesellschaftlichen Kreisen und in jeder Altersklasse ganz gewaltig.
War es einst der Leistungssport, der die Geschichte des RCZ schrieb, so verschoben sich die Aktivitäten klar in Richtung Breitensport. Immer mehr Frauen und Männer absolvierten Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse in unserer Ruderschule und genossen schliesslich das Rudern als Fitness-Sport.
Frühmorgens die Stille des Sees geniessen, an einem Ausflug in die Lagune Venedigs teilnehmen, Teamgeist aktiv miterleben, die eigene Rudertechnik verfeinern oder auch dem geselligen Teil mit gemeinsamen Festen frönen, das alles macht den RCZ zu einem lebendigen Club.
2007 Das Schülerrudern erhält neuen Schwung, erste Versuche, eine Juniorenabteilung aufzubauen. Bald darauf entsteht die Junioren-Renngemeinschaft mit dem Grasshoppers Ruderclub.
2009 übernehmen Kay Hofmann als Präsident und Tomas Kadlcik als Vizepräsident die Geschicke des RCZ. Der neu formierte Vorstand initiiert wegweisende Neuerungen. So wird die RCZ-Leistungssportabteilung nach einem längeren Dornröschenschlaf komplett neu aufgebaut. Nach der Schweizer Meisterschaft wird die Renngemeinschaft mit dem GC aufgelöst und Petr „Mani“ Mansfeld als RCZ-Trainer verpflichtet.

 

 

1990 – 1999
Jetzt auch Frauen im RCZ

1990 werden die Statuten des Clubs revidiert. Als Novum können auch Frauen die Mitgliedschaft beantragen. Erstmals nimmt ein Vierer an der berühmten Vogalonga in Venedig teil.
1991 rudern nun offiziell Frauen mit.
1992 startet ein Sie + Er Doppelzweier.
1993 wird das Boothaus umgebaut: eine Damengarderobe mit WC sowie neue Heizungseinbauten sind erforderlich. An den Herbsregatten in Uster und Sursee starten Barbara Klarer/Nathalie Chiavacci im Doppelzweier.
1994 nehmen 10 Ruderinnen und Ruderer mit zwei Gig-Doppelvierern an der 110 km-Regatta Bacharach-Bonn teil. Stefan Henzi und David Chiavacci fahren einen 1. und 2. Platz an der Int. Regatta Greifensee ein; das erste RCZ-Frauenteam Klarer/Chiavacci startet an der SM auf dem Rotsee.
1995 klassieren sich die Langstreckenruderer Wirz/Ernst/Henzi/Bodmer/Macher mit einem 7. Rang am Abenteuer Bacharach-Bonn. Am 26. August feiert der RCZ sein 75jähriges Bestehen.

 

Barbara Klarer und Nathalie Chiavacci starten an der SM auf dem Rotsee

Auf langer Fahrt: 110 km auf dem Rhein von Bacharach nach Bonn

1980 – 1989
Die Achziger Jahre

1980 wird Beat Germann neuer Präsident.
1981 setzen sich Die Veteranen Willy Burkhart/Charles Eugster im Doppelzweier sogar gegen die jüngere Kategorie durch.
1982 fahren Macher/Dämmig in Amsterdam an der FISA-Veteranen Regatta im Zweier ohne auf Rang 1, im Doppelzweier Burkhart/Eugster auf Rang 2 und Eugster zusätzlich im Skiff ebenfalls auf den 2. Platz.
1983 wird Hansjakob Keller zum neuen RCZ-Präsidenten gewählt.
1984 und 85 Die Saison bestreiten hauptsächlich die Veteranen zusammen mit den Junioren. Sie fahren in der Kategorie B der Interclub-Meisterschaft.
1986 beendet Hj. Keller seine internationale Schiedsrichtertätigkeit nach 28 Jahren. Hanspeter Kneubühler wird nationaler Schiedsrichter.
1987 fährt der Nachwuchs erste Plätze in Uster, Zürich, Sursee und Sarnen heraus. Der Ring führt fünf Wanderfahrten durch.

 

Charles Eugster und Willy Burkhart an der SM auf dem Rotsee

Die neuen Junioren Stefan Bodmer und Stefan Guggisberg mit den zwei Trainern Bodmer und Macher

1970 – 1979
50 Jahre RCZ

1970 Macher/Dämmig starten zusätzlich zum Vierer auch im Doppelzweier und Macher rudert im Skiff erfolgreich an der Herbstregatta Greifensee.
Ende Oktober 1970 wird das 50jährige Bestehen des RCZ im Zunfthaus zur Schmiden mit einem rauschenden Club-Ball gefeiert.
1972 qualifiziert sich Thomas Macher im Vierer-ohne der Renngemeinschaft RCZ/RCK für die Olympischen Spiele in München, wo das Boot den kleinen Final erreicht; seit 1948 der erste RCZler, der an Olympischen Spielen teilnimmt. Willy Burkhart wird im SRV zum Obmann der «Masters» ernannt. Bis 1987 führt er dieses Amt.
1973 werden zwei neue Boote getauft: ein Doppelzweier auf den Namen Floh, ein Vierer mit Steuermann zu Ehren des grossen Skiffier’s Ernst Rufli auf dessen Rufnamen «Pömp». Otti Ernst rudert als 17jähriger 2446 km, nur 179 km weniger als der Profi Thomas Macher.
1974 steuert erstmals eine Frau ein RCZ-Boot.
1975 starten an der Herbstregatta erstmals zwei gemischte Doppelzweier mit Otto Ernst/Soja Keller sowie Thomas Vogt/Brigitte Burkhart.
1976 tritt Hansjakob Keller nach 13 Jahren als ZRV-Präsident zurück. Armin Notz amtete während der gleichen Zeit als Vizpräsident.
1977 rudern Ernst/Schollenberger (RCZ/SCK) Erfolge ein: 2. Rang im Zweier ohne, zweimal 1. Rang in Zürich und Stansstad und 1. Rang an der SM im Senior A Rennen.
1978 wird Otto Ernst in einem Renngemeinschafts-Achter Schweizermeister. Der erste Titel für den RCZ nach 11 Jahren!

 

Olympiamannschaft mit Thomas Macher (rechts) und Hanspeter Kneubühler als Trainer (Mitte)

Ottis Skiff-Tragetraining

1960 – 1969
Die 60er Jahre

Ende der erfolgreichen Saison 1960 promovierten mit einem Schlag acht Mann in die nach alter Wertung damals noch zweithöchste Leistungsklasse der Junioren. Armin Notz wird neuer Präsident des RCZ. Hanspeter Kneubühler und Röbi Rufli sind die neuen Hoffnungsträger. «Kneu» rudert mit verschiedenen Renngemeinschaften von Sieg zu Sieg.
1964 als Schüler, 1965 als Debutant und 1966 als Senioren geben Macher, Dörflinger, Macher und Bodmer zu Hoffungen Anlass. Victor Maurer, Thomas Macher, Fredi Stadler und Martin Wirz siegen 1968 in Zug und Zürich, der Anschluss an die Elite aber gelingt nicht.
Ein schwerer Schatten fällt auf das Klubjahr: die Yole «Steve Fairbairn» wird in der einbrechenden Dämmerung von einem Motorboot förmlich entzweigeschnitten, ein Ruderer wird dabei tödlich verletzt.

 

Senior-A-Vierer 1968 mit Maurer, Macher, Stadler und Wirz

Hanspeter Kneubühler

1950 – 1959
Das neue Heim am Mythenquai

Im Herbst 1951 ist es dann soweit: der Ruderclub zieht in den von Architekt Robert Landolt entworfenen Holzbau am Mythenquai ein! Karl Schmid, der damalige Präsident des Ruderclubs, durfte an der Einweihung am 26. April 1952 fast den ganzen Stadtrat begrüssen einschliesslich Stadtpräsident Emil Landolt. Der RCZ zählt Ende 1951 total 127 Mitglieder, wovon 21 Aktive und 7 Schüler; die 99 andern setzen sich aus Frei, Ehren-, Passiv- und Ring-Mitgliedern zusammen.
Der Ring, Ehemalige und Freunde des RCZ, gegründet 1943, ist der gute Geist des Clubs und unterstützt mit Rat und Tat die Aktiven. Zweimal wöchentlich unternehmen die Ringmitglieder gemeinsame Ruderausfahrten mit anschliessendem Hock.
Nach einem erfolgverprechenden Neuanfang im Junior-Achter 1951, fiel dieser jedoch bereits 1953 auseinander. Auslandaufenthalte und RS liessen die Verbliebenen mit dem alten Kämpfer Willy Burkhart allein. Diese suchten Anschluss am auftrumpfenden Ruder-Club Thalwil. 1957 blieb der Schüler-Achter die ganze Saison ungeschlagen! 1958 setzte er seinen Siegeszug fort. Danach jedoch trat eine Stagnation ein.

 

Das neu erstellte Clubhaus am Mythenquai

Der Altherren-Vierer nach seinem Sieg an der Zürcher Herbst-Regatta 1957

1940 – 1949
Rudersport während den Kriegs- und Nachkriegjahren

Die Kriegsjahre haben auch auf den Rudersport fatale Folgen: militärisch bedingte Abwesenheiten verhindern ein kontinuierliches Training; 1940 fallen die Schweizermeisterschaften aus. 1941 und 42 feiern die RCZler weitere Erfolge, überholen die Rekordzahl von 46 des GC und errudern 1943 anlässlich der Schweizermeisterschaften den fünfzigsten Meistertitel! 1944 startet ein Junior-Achter an der Meisterschaft und überrascht mit seiner Leistung: er büsst auf den Schmid-Achter nur eine knappe Länge ein! Nochmals gewinnt ein Skiffier Medaillen en masse für den RCZ: Hansjakob Keller wir fünfmal hineinander Meister im Skiff, und gewinnt 1947 und 1949 die Bronzemedaille an den Europameisterschaften. Ein weiteres Mal startet der RCZ-Achter 1947 in Henley und verliert ganz knapp gegen die Engländer vom Jesus College. Ein Vierer-ohne mit Albicker, Oehninger, Els und Wolfensberger beginnt die Saison 1949 mit Siegen in Paris und am Dreiländerkampf in Mailand. Dann aber verfolgen gesundheitliche Probleme die Mannschaft und nur Hansjakob Keller holte sich in Amsterdam die Bronze-Medaille.

 

Der Junior-Achter 1942, vorne links der noch heute aktive Charles Eugster

Fünfmal nacheinander, von 1945-1949 war Hansjakob Keller Meister im Skiff, und Dritter an den EM 47 und 49

1938 – 1939
Ende der Goldzeit

1938 – Europameisterschaft in Mailand
Der Vierer-ohne hatte in diesem Jahr kein einziges Rennen miteinander gerudert ausser diesem Einen und gewann es souverän!
1939 gewann unser Vierer zum drittenmale das Rennen von Henley. Auch auf dem Rotsee gingen wieder fünf Meisterschaften an den RCZ. Die Europameisterschaften in Amsterdam standen vor der Tür – da brach der Weltkrieg aus. Nach Monaten erst kamen die Boote in das verwaiste Bootshaus zurück.

 

Karl Schmid, Werner Schweizer, Oscar Neuenschwander und Hermann Betschart an der EM 1938 in Mailand.

Siege natürlich auch auf dem Zürichsee; im Hintergrund der Raddampfer "Helvetia"

1936 – 1937
Vom FCZ zum RCZ

Drei olympische Finals 1936 – zwei Medaillen
Berlin 1936, Hitlers grosse Show! Und das «Unglück» für unsere neun Ruderer. Alle drei Vorrennen, Vierer-mit, Vierer-ohne und Achter wurden gewonnen, und somit fuhren wir alle Finals! Das konnte nicht gut gehen! Dass wir trotzdem noch Silber (Vierer-mit) und Bronze (Vierer-ohne) gewannen half etwas über die Enttäuschung der Achter-Niederlage hinweg. Und Pömp? Rufli spielte förmlich mit seinen Gegnern im Vorlauf und Halbfinal. Am Final jedoch füllte sich sein Schiff auf der windgepeitschten Aussenbahn so mit Wasser, dass jeder andere ausgestiegen wäre. Er quälte sich ins Ziel und wurde von Leuten geschlagen, die er vorher einfach stehen liess!
 
Aus FCZ Ruderern werden Ruder-Club-Zürich Mitglieder
Im Winter 1936/37 muss der FCZ wegen finanzieller Schwierigkeiten den Letzigrund an die Stadt Zürich abtreten. Die Sektionen Leichtathletik, Hockey, Boxen und Rudern machen sich selbstständig. So entstand der RCZ Ruder-Club-Zürich.
 
Hohe Wellen verhindern sichere Europameisterschaft
Das Jahr 1937 begann mit dem Umbau unserer Mannschaften, da die Gebrüder Homberger nicht mehr zur Verfügung standen! Mit Oskar Neuenschwander und Werner Schweizer wurde ein neuer Vierer aufgestellt, und auch dieser war erfolgreich wie zuvor. Nach den Siegen in Küsnacht, Zürich, Belgrad und dem Rotsee ging’s an die Europameisterschaften in Amsterdam. Nach 1900 Metern und eineinhalb Längen Vorsprung passierte das Unglaubliche: eine von der Stirnwand zurückgeschlagene Welle riss unserem Bugmann Hermi Betschart das Ruder mit einer solch elementaren Gewalt aus der Hand, dass die Dolle glatt abgebogen und der Bootskörper sogar aufgerissen wurde! Die Deutschen mogelten sich als neue Europameiser ins Ziel doch die Standing Ovation gehörte dem 2. Rang der Schweizer!

 

Berlin-Grünau: der RCZ Vierer um Längen voraus!

Vom FCZ zum RCZ

Hattrik in Henley –
Der Triumph von Henley

1935 reisten die Zürcher nach England um an den berühmten Weltmeisterschaften teilzunehmen.Steward-Cup (Vierer-ohne), Grand Challenge (Achter) und Diamonds-Cup (Skiff) wurde bis dahin noch nie von einem kontinentalen Club gewonnen. Dies änderte sich; der Steward-Cup wurde 10 Sekunden schneller als der als unantastbar geltende Vorjahresrekord der legendären Pembroke gewonnen (und erst 1962 von den Russen gebrochen). Den Achter verlor unsere Mannschaf wegen eines Steuerleinendefekts. Den Triumph aber vervollständigte Ernst Rufli! Im Vorlauf schlug er, von hinten, versteht sich, einen der grossen englischen Favoriten, P.H. Jackson, mit fünf Längen, in der zweiten Runde den Engländer Tyler, im Halbfinal den Schweizer Rivalen Eugen Studach und schliesslich im Final den Tschechen Zavrel.
1936 dann der vollständige Hattrick: sie gewannen alle drei klassischen Rennen in Henley und entführten den Grand Challenge zum ersten Mal in seiner über 100jährigen Geschichte ins Ausland! Und alle waren sich einig: hätten unsere FCZler Schmid-Homberger nicht den Zweier-ohne gestrichen, wären auch die Silver Goblets in die Schweiz gewandert.
Der siegreiche Vierer-ohne in diesem Rennen hiess übrigens «Nestlé» und wurde von eben dieser Firma gesponsort. Als Gegenleistung wurde eine Seite über Rudertechnik für die berühmten Bild-Sammelalben von Nestlé, Peter, Cailler, Kohler gestaltet, die über die Vorteile des Fairbairn-Ruderstils berichtete...

 

Vierer-ohne weit voraus in Henley …

… genauso der Allrounder Rufli als Sieger des Diamond-Cups …

… und als Krönung 1936 der Hattrick mit dem Sieg des Achters im Grand Challenge Cup!

Fairbairn Stil

Fairbairn-Stil – die Revolution im Rudersport
Im Winter 1933/34 begannen die vier Idealisten, Schwärmer und Freunde, Betschart, Schuler, Homberger und Schmid mit ihrem Trainer Arthur Dreyfus im revolutionären, neuen, von Steve Fairbairn erfundenen Stil zu rudern. War die Körperstellung bis dahin gedrillt wie die Achterstellung der Rekruten, war der neue Stil «lässig» und mit sehr viel weniger Kraftaufwand zu bewerkstelligen. Dank intensivstem Training sowohl auf dem See als auch in der Ruderkiste waren die vier bereits nach einem Jahr soweit, dass sie die neue Art zu rudern perfekt beherrschten. «De Geischt und d’Bei», beantwortete Karl Schmid die Frage nach dem grossen Erfolg. Der kraftvolle Effekt, das Boot mit dem Beinstoss zu schieben und mit lockerer, geschmeidiger Körper- und Armarbeit den wuchtigen Startsprung vom Stemmbrett aufzufangen und voll auf das Ruder zu übertragen, diese geniale Erfindung Steve Fairnbairns, war den FCZ Ruderern in Fleisch und Blut übergegangen. Und auch heute noch wird in diesem Stil gerudert.
 
Meisterschaftssiege en masse
1934 bis 1936 gewannen die neun (!) Ruderer des FCZ alle Meisterschaften in der Schweiz. Sie wechselten einfach von einer Bootskategorie zur andern! Dies ein weiterer Beweis, dass der neue Fairbairn-Stil kräftesparend ist.

 

links der neue Fairbairn-Stil, rechts der orthodoxe Stil

1930 – 1939
Die Dreissiger Jahre, eine neue Zeit

1929 Die Junioren Ernst Rufli (Pömp) und Karl Schmid (Schmuddle) hatten bereits erste Rennen gewonnen. Vater Stämpfli, der strenge Lehrer, sagte den beiden bereits damals, dass wenn beide fleissig trainieren würden, sie auch einmal ein Rennen gewinnen könnten... Sie gewannen nicht eins sondern Hunderte! 
1931 siegten sie ausser der Schweizer-Meisterschaft zusammen mit Max Schuler und Hermann Betschart praktisch alle Junioren-Rennen.
1932, nun bereits Senioren, waren die Europameister von Etoile Biel ihre einzigen Gegner.
1933 wurden sie in Luzern um nur zwei Zehntelssekunden geschlagen, an den ersten Meisterschaften auf dem Rotsee liessen sie alle hinter sich und gewannen sowohl in beiden Vierern und durch Rufli-Schmid auch noch im Zweier-ohne.
1934 waren die FCZler nicht mehr zu halten: ganze fünf Siege (beide Vierer, Zweier-ohne, im Einer und Achter durch Rufli) trugen sie nach Hause!

 

Der Junioren Achter 1930/31, damals wurde noch im orthodoxen Ruderstil gerudert.

Der "Wunder-Vierer" mit Karl Schmid, Alex Homberger, Hans Homberger und Hermann Betschart 1935 unterwegs im lockeren Fairbairn-Stil...

1920 – 1929
Aller Anfang ist schwer

Gegründet 1920 als Rudersektion des Fussballclubs Zürich. In Vater Stämpfli’s Bootsbauerei in Wollishofen erhielten die neuen Ruderer einen Bootsplatz und dank einem Darlehen der Fa. Denzler Söhne eine Vierer Yole-de-mer. Wenig später wurde der Club auch vom Schweizerischen Ruderverband als 10. Zürcher Ruderclub anerkannt. Vater Stämpfli war es auch, der die neuen Mannschaften trainierte. Ein begeisterter Ruderer und Lehrer, ein genialer Handwerker und Bootsbauer, der entscheidende Förderer des Ruderclubs Zürich.

15 Rennen, 13 Siege
Dies die sportliche Bilanz 1922, im zweiten Jahr aktiver Ruderei! Vierer und Achter waren die erfolgreichen Boote, alles wurde dem Ziel einer Mannschaft untergeordnet.
1923 wurde die Rudersektion im Achter in Lüttich auf der Maas Sieger. Die ganze Expedition reiste mit rund 25 Mann samt dem im Couloir aufgehängten Achter in einem Zweitklasswagen der SBB nach Lüttich und zurück!
1924 dann Schweizermeister in der Vierer-Yole.
1925 stehen in der Bilanz sieben Siege und fünf zweite Plätze.
1926 krönte der Achter die erste Blüteperiode mit der Schweizermeisterschaft und belegte an den Europa Meisterschaften in Luzern den vierten Rang.
1927–28 trat eine kleine Stagnation ein, die dann aber mit der «Kilchberger Invasion» 1929 und 1930 wieder wettgemacht wurde.

 

Gründung der Rudersektion des FC Zürich 1920 im Bootshaus von Vater Stämpfli

Die erste Regatta-Mannschaft des Clubs 1921